June 17, 2018: Father's Day Meditations (Deutsche)

Meditationen über biblische Väter
Zionskirche am Vatertag, dem 17. Juni 2018

Noah

1. Mose 6:9-14, 17-19, 21-22

Dies ist die Geschichte von Noahs Geschlecht. Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott. Und Noah zeugte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet. Aber die Erde war verderbt vor Gott und voller Frevel. Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden. Da sprach Gott zu Noah: Das Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von ihnen; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde. Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verpiche ihn mit Pech innen und außen. Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen. Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner Söhne. Und du sollst in die Arche bringen von allen Tieren, von allem Fleisch, je ein Paar, Männchen und Weibchen, dass sie leben bleiben mit dir. Und du sollst dir von jeder Speise nehmen, die gegessen wird, und sollst sie bei dir sammeln, dass sie dir und ihnen zur Nahrung diene. Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.

Meditation
Noah lebte zu einer Zeit, in der die Gesellschaft um ihn herum immer gottloser wurde. Überall gab es Korruption und Gewalt. Und dennoch blieb Noah Gott treu.

Ist das nicht ein bekanntes Gefühl? Wir Treuen fühlen uns oft so einsam in unserem Gehorsam gegenüber Gott. Es gab eine Zeit, da waren Kirchen sonntags voll; da wollten Leute zum Gottesdienst kommen oder tauchten dort auf, weil es erwartet wurde; da fragte der Chef seinen Angestellten am Montag, warum er am Vortag nicht in der Kirche war. Geschäfte waren sonntags geschlossen. Es gab Sport weder am Sonntag noch Mittwoch abends, denn das war der Familienabend in der Gemeinde.

Diese Zeiten sind vorbei. Wie Noah sind wir, die treu Gottesdienst feiern, in der Minderheit. Unserem Glauben den ersten Rang zu geben, ist ein ständiger Kampf, denn immer wieder müssen wir dem Strom der Gesellschaft gegenan schwimmen. Es ist schwer.

Für unsere Kinder ist es noch schwerer. Noah hat drei Söhne. Sie sind die einzigen Kinder in der Nachbarschaft, die Gott dienen. Kannst du dir die Diskussionen am Esstisch der Familie Noah vorstellen? „Warum müssen wir zur Kirche gehen? Niemand anders geht dahin. Wir werden ausgelacht. Wir fühlen uns wie Aussenseiter.“ Viele von uns Eltern haben solche Beschwerden gehört, nicht wahr?

Noahs Geschichte kann uns Hoffnung geben. Noah war unbeirrt und blieb treu, egal was geschah. Dank seines Glaubens steuerte er seine Familie durch die Katastrophe der Sintflut. Mit seiner Gottestreue rettete Noah seine Familie – und ausserdem eine ganze Menge Tiere. Am Ende der Sintflut wurde Noah zum Gründer einer neuen, frommen Nation.

Ich mag dieses Bild. Noah war die einzige gläubige Person, aber weil er am Glauben festhielt und auf Gott hörte, wurden er und seine Söhne zum Anfang einer neuen, gläubigen Nation.

Ist das nicht ein nettes Bild, an dem wir uns festhalten können? Wenn es scheint, dass wir Einzelgänger sind, weil wir immer noch treue Christen sind, und wenn unsere Kinder und Enkel sich darüber beschweren, zur Kirche gehen zu müssen, dann können wir uns vorstellen, dass wir einen neuen Stamm gläubiger Menschen gründen. Wenn wir entgegen aller Umstände fromme Kinder aufziehen, werden wir zu einem Neuanfang des Glaubensvolkes in unsere Ecke der Welt.

Daher, Volk Gottes, haltet aus. Trotz der Entwicklung der Gesellschaft bleibt Gott treu. Trotz aller Dinge, die uns in die andere Richtung ziehen, kommt weiterhin zur Kirche, feiert weiterhin Gottesdienst und betet und gebt den Zehnten, teilt weiterhin eueren Glauben mit euren Kindern; denn ihr zieht ein neues, treues Volk vor dem Herrn auf. Amen.

Eli

1 Samuel 2:22-25a

Eli aber war sehr alt geworden. Und immer, wenn er von all dem hörte, was seine Söhne ganz Israel antaten und dass sie bei den Frauen schliefen, die vor dem Eingang der Stiftshütte dienten, sprach er zu ihnen: Warum tut ihr solches? Denn ich höre diese bösen Dinge, die ihr tut, vom ganzen Volk. Nicht doch, meine Söhne! Denn das Gerücht, von dem ich reden höre in des HERRN Volk, ist nicht gut. Wenn jemand gegen einen Menschen sündigt, so kann es Gott entscheiden. Wenn aber jemand gegen den HERRN sündigt, wer soll es dann für ihn entscheiden? Aber sie gehorchten der Stimme ihres Vaters nicht.

Meditation

Eli ist Hohepriester in Israel in der Zeit, bevor es Könige gab. Seine Führung ist für das Wohlergehen und den Glauben des Gottesvolkes sehr wichtig. Zusätzlich ist Eli der Mentor von Samuel, dem letzten und grössten der Richter im Alten Testament. Nach allen Massstäben ist Eli ein erstaunlicher, frommer, hingebungsvoller Mann Gottes,

Seine Söhne aber waren es nicht. Hofni und Pinhas waren Bösewichter. Wenn Leute ihre Schlachtopfer zum Altar brachten, schnappten sich die beiden die besten Fleischbrocken und assen sie selbst. Sie machten sich an die Tempeldienerinnen heran. Diese beiden jungen Männer waren das genaue
Gegenteil von Eli.
Ich kann mir vorstellen, wie das Eli bekümmert hat. Es ist eine Trauer, die ich bei vielen Eltern gesehen habe: Sie haben ihre Kinder im Glauben erzogen, haben sie zu Gottesdienst und Sonntagsschule gebracht, haben ihnen den lebendigen Gott nahegebracht, haben ihnen einen fröhlichen Glauben vorgelebt, und dennoch wollen die jungen Leute nichts mit der Kirche zu tun haben. Es ist herzzerbrechend.

Was kann in dieser Situation Trost geben?

Ein Trost ist, dass Gott immer noch mit Eli spricht. Elis Verbindung mit Gott ist von seinen Söhnen nicht untergraben worden. Gleichsam müssen wir Eltern uns vorerst auf unseren eigenen Glauben konzentrieren. Es ist wie im Flugzeug, wenn uns gesagt wird, erst unsere eigene Atemmaske aufzusetzen und dann erst die unserer Kinder. Egal, was unsere Kinder tun, wir müssen auf unseren eigenen Glauben aufpassen und ihn kräftig erhalten.

Ein weiterer Trost ist, dass seine eigenen beiden Söhne sich zwar nicht so entwickeln, wie Eli gehofft hatte, aber er ist Mentor für einen Jungen, der zu einem der grössten Glaubensleiter im Alten Testament aufwächst. Das muss Eli getröstet und viel Freude gemacht haben. Gleichermassen bietet Gott uns die Chance an, im Leben vieler Menschen wichtig zu sein. Unsere eigenen Kinder sind nicht die einzigen, die wir beeinflussen können. Denkt an all die jungen Leute, die wir hier in unserer Gemeinde berühren, durch Sonntagsschule, Konfirmandenunterricht, Dienstmöglichkeiten und unzählige Gespräche während der Kaffeestunde. Jeder und jede von uns hat die Gelegenheit, einer anderen Person zu helfen, im Glauben zu wachsen. Das ist ein Privileg und ein Tort, egal wie unsere eigenen Kinder geraten. Amen.

Moses

5. Buch Mose 6, 1-9

[Moses sagte zum Volk} Dies sind die Gesetze und Gebote und Rechte, die der HERR, euer Gott, geboten hat, euch zu lehren, dass ihr sie tun sollt in dem Lande, in das ihr zieht, es einzunehmen, damit du dein Leben lang den HERRN, deinen Gott, fürchtest und alle seine Rechte und Gebote hältst, die ich dir gebiete, du und deine Kinder und deine Kindeskinder, auf dass du lange lebest. Israel, du sollst es hören und festhalten, dass du es tust, auf dass dir's wohlgehe und du groß an Zahl werdest, wie der HERR, der Gott deiner Väter, dir zugesagt hat, in dem Lande, darin Milch und Honig fließt. Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein,9 und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore.

Meditation

Moses hatte zwei Söhne, Gerschom und Elieser. Ausserdem war Moses eine Vaterfigur für das gesamte Gottesvolk. Unter seiner Führung entkamen sie der Sklaverei in Ägypten und begannen die lange Reise in das gelobte Land. Die ganze Reise lang erzählte Moses dem Volk von Gott; dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs; dem Gott, der ihr Schreien erhörte und sie befreite; dem Gott, der sie liebte und ihnen Lebensregeln gab; dem Gott, der ihnen ein gelobtes Land verhiess.

Hört sich das alles nicht ähnlich wie das an, was wir Eltern tun? Wenn unsere Kinder klein sind, hören wir ihre Schreie und versuchen, sie von dem zu befreien, was immer sie bedrückt. In den Teenagejahren fühlt es sich oft an, als ob wir in der Wüster herumwandern. Und doch wissen wir, dass wir auf dem Weg zum gelobten Land sind, der Entwicklung eines jungen Erwachsenen, der ein beitragendes Mitglied der Gesellschaft werden wird.

Diesen ganzen Weg entlang versuchen wir, unseren Kindern von Gott zu erzählen. Luther sagt, dass Väter und Mütter die Bischöfe in ihrem Haus sind. Es ist unsere Aufgabe, unsere Kinder zu lehren, wer Gott ist. Noch wichtiger ist, dass wir ihnen vorleben, wie ein frommes Leben aussieht.

Ich liebe all die spezifischen Dinge, die Gott seinem Volk befiehlt, damit die nächste Generation eine fromme Generation wird:

Erstens: Ein Glaubensbekenntnis. Die Leute erhalten ein Glaubensbekenntnis, das sie aufsagen können: Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer. Bis heute ist dies das Credo der Juden. Täglich rezitieren sie es. Welche Bekenntnisse habt ihr eueren Kindern beigebracht? Texte, die wir als Kinder lernen, bleiben uns ein Leben lang erhalten. Sie sind ein Segen weit in die Erwachsenenzeit.

Zweitens: Eine Lebensregel. Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Was für eine schlichte Regel für das Volk. Wie Jesus später sagt, können alle anderen Gesetze in dieser Regel zusammengefasst werden. Wenn wir uns immer fragen, welche Handlungsweise unsere Liebe für Gott ausdrückt, dann bräuchten wir keine anderen Gesetze. Was für Regeln gibst du deinen Kindern? Was für Regeln lebst du deinen Kindern vor?

Drittens: Glaubensgespräche. Moses sagt den Eltern, dass sie mit ihren Kindern dauernd über Glauben reden sollen, von morgens bis abends. Mach Unterhaltungen über Gott zu einem normalen Teil deines Familienlebens, damit Gott ein normaler Teil des Lebens deiner Kinder wird.

Viertens: Sichtbare Gedächtnisstützen. Das Volk soll das Gesetz auf Türpfosten und Tore schreiben. Stell dir vor, jedes Mal, wenn du fortgehst oder nachhause kommst, eine Erinnerung an Gottes Liebe und Gottes Gegenwart zu sehen. Das würde sicherlich deinen Glauben stärken, nicht wahr? Welche sichtbaren Erinnerungen an Glauben gibt es in deinem Haus? Ein Kreuz? Bilder? Bibeln? Segenssprüche? Denk an die Dinge, die dich und deine Kinder daran erinnern können, dass dies ein frommes Haus ist.

Moses musste 40 Jahre lang „Vater“ des Volkes Israel sein. Sein Glaube und die vier Dinge, die unser Bibeltext nennt, halfen ihm auf dieser langen Reise. Mögen sie auch dir helfen, auf dass du und dein Haus den Segen des gelobten Landes erleben werden. Amen.

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Pastor's Blog
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